Auswärtssieg auf Asche
Der SSV gewinnt dank einer couragierten Leistung in Bliesheim
BC Bliesheim - SSV Weilerswist 1:2 (0:2). Nach dem Remis gegen Wisskirchen stand für den SSV das schwere Auswärtsspiel in Bliesheim, auf ungewohntem und ungeliebtem Aschenplatz, an. Gegen den BC, einen der Mitfavoriten auf den Aufstieg in die Bezirksliga, entwickelte sich von Beginn an ein temporeiches und sehenswertes Spiel. Dabei besaßen die Gäste die erste gefährliche Torchance: Der an diesem Tag stark aufspielende Vitali Knaub kam rund 18 Meter vor dem Bliesheimer Gehäuse frei zum Abschluss, seinen strammen Schuss konnte Patrick Pützer im BC-Tor jedoch abwehren (12.). Doch auch die Hausherren waren über ihre schnellen Sturmspitzen immer gefährlich, und hatten in der ersten halben Stunde 3-4 gute Möglichkeiten. Doch entweder war Torwart Stefan Kühlborn zur Stelle, oder ein SSV-Verteidiger bekam in letzter Sekunde noch seinen Fuß dazwischen. Auch nach Standardsituationen herrschte immer wieder Gefahr vor dem Weilerswister Tor. So kratzte Tommy Tummers in der zwanzigsten Minute einen Kopfall gerade noch von der Torlinie (20.). Der erste Treffer gelang dann den Gästen. Julian Litsch setzte im Mittelfeld zum Solo an, passte den Ball auf Vitali Knaub, der das Spielgerät wunderschön mit der Hacke erneut zu Litsch brachte, der in den Strafraum eindrang und Pützer mit einem Flaschschuss keine Chance ließ. (38.). Dem SSV gelang vor dem Seitenwechsel dann sogar noch das 2:0. Einen langen Ball in die Spitze brachte Dominik Dederich unter Kontrolle, setzte sich im Zweikampf durch, und traf (42.). Allerdings monierten die Bliesheimer, Dederich hätte den Ball mit der Hand mitgenommen. Der, nicht immer souverän wirkende Schiedsrichter sah sich daher wütenden Protesten der Bliesheimer gegenüber. Der zweite Durchgang begann dann mit einem Paukenschlag. Keine Minute war gespielt, da wäre dem SSV um ein Haar das wohl vorentscheidende 3:0 gelungen. Nach dem Anstoß vertendelte ein BC-Verteidiger den Ball im Zweikampf mit Vitali Knaub, und dieser schlenzte den Ball aus halbrechter Position mit dem linken Innenrist an den Innenpfosten (46.). Spielerisch konnte die zweite Halbzeit insgesamt nicht mit dem guten ersten Durchgang mithalten, aber der SSV stand sicher in der Defensive und ließ bis auf drei Freistöße, die aus guter Position allerdings nicht den Weg ins Tor fanden, keine Torchancen zu. Zwar fielen erstmal keine weiteren Treffer, dafür wurde aber der Schiedsrichter immer präsenter, und warf mit Gelben Karten nur so um sich. Für nahezu jedes Foul zückte der Unparteiische den Gelben Karton, sowohl auf Weilerswister, als auch auf Bliesheimer Seite. Damit brachte der Spielleiter leider unnötige Hektik in eine, ansonsten faire und gute Partie. Seinen Hauptauftritt hatte der Schiedsrichter dann, als er nach einem langen Ball, den Dominik Dederich elegant per Lupfer im BC-Tor unterbrachte, zunächst auf Tor entschied, dies dann nochmals bestätigte, seine Entscheidung dann jedoch revidierte und Einwurf für Bliesheim gab. Beim Pass von Christian Heigl soll der Ball die Auslinie überschritten haben, was allerdings nicht der Fall war. Dafür stand der Dederich aber mindestens fünf Meter im Abseits, was der Referee nicht ahndete. So blieb es bei der zwei Tore Führung für den SSV, der nun immer mehr unter Druck geriet. Bliesheims Kapitän Marcel Notte wurde von der Libero-Position nach vorne beordert, und dadurch kam der BC zu einem Übergewicht im Mittelfeld. Nach einem Fehler von Pützer hätte Tummers dann doch noch das dritte Tor machen können, gut zwanzig Metern vor dem leeren Bliesheimer Tor schloss er aber zu überhastet ab und schpß drüber (70.). Fünf Minuten später kamen die Gastgeber dann doch noch zum Anschluss.
Aydin Eroglu setzte sich gegen drei SSV-Verteidiger durch, und konnte im Strafraum nur per Foul gestoppt werden. Den fälligen Elfmeter verwandelte er selber (75.). Zwar drückten die Bliesheimer nun auf den Ausgleich, zumal der SSV nach der Gelb-Roten Karte für Torben Bulig, die letzten Minuten in Unterzahl bestreiten musste, doch wirkliche Torchancen gab es nicht mehr. Und so jubelten die zahlreich erschienenen SSV-Fans, die ihr Team in der Schlussphase toll unterstützten, mit dem Schlusspfiff, über einen Auswärtssieg, der durchaus in Ordnung ging. Zwar wäre für die Bliesheimer, bisher wohl stärkster Gegner, gegen den der SSV in dieser Saison gespielt hat, ein Unentschieden verdient gewesen, letztlich nahmen die Weilerswister die drei Zähler aber mit in die Nachbargemeinde. (sk)
SSV Weilerswist: Kühlborn, Fredrich, Büllesbach (ab 82. Repgen), Toussaint, Litsch, Heigl, Gross, Knaub, Tummers, Dederich, Bulig.
